Frühjahrssituation in der Höhe - Ende der Ausgabe des täglichen Lawinenreports
Am Samstag 2. Mai wird der letzte Lawinenreport der Wintersaison 2025-26 veröffentlicht. Bei relevanten Veränderungen der Lawinensituation werden wir weiterhin über unseren Blog informieren.
Seit unserem letzen Blogeintrag hat sich eigentlich wenig geändert, bis auf die Niederschläge von gestern und heute. Dabei hat es im ganzen Land etwas geregnet, gebietsweise aufgrund des konvektiven Charakters auch ergiebig, vereinzelt waren auch Blitz und Donner mit dabei. Schnee fiel dabei v.a. oberhalb 2000 bis 2300 m.

Der Neuschnee hat meist keinen großen Einfluss auf die Lawinengefahr, außer in den Gebieten mit mehr Niederschlag, dies besonders vom Latemar bis zu den Pragser Dolomiten (hier hat es in der Höhe möglicherweise um 30 cm Neuschnee oder mehr gegeben). Am morgigen Donnerstag gilt es hier einen Anstieg der Lawinengefahr durch Schneebrettlawinen zu beachten. Durch die Sonnenstrahlung und Erwärmung kann sich oberflächennah der Schnee binden (es entsteht das Schneebrett), als Schwachschicht dient der lockere Neuschnee. Außerdem muss man in den Gebieten mit Neuschnee am morgigen Donnerstag mit feuchten Lockerschneelawinen rechnen.
Sonst stellt sich in den nächsten Tagen eine typische Frühjahrssituation ein. Dabei gilt es die meteorologischen Bedingungen aufmerksam zu verfolgen und auf die zeitliche Planung der Tour großen Wert zu legen.
Das Altschneeproblem ist nur mehr sehr vereinzelt oberhalb von etwa 2500 m im schattigen Steilgelände auszulösen und das v.a. bei großer Zusatzbelastung. Lawinen können im ungünstigen Fall aber noch durchaus beachtliche Größe erreichen.
Weiters gilt es besonders am Morgen auf gefrorenen, harten Schneeoberflächen die Abrutschgefahr zu beachten.
Der Lawinenwarndienst hat aktuell nur mehr wenige Informationen aus dem Gelände. Deshalb gilt es die Lawinensituation vor Ort besonders sorgfältig zu bewerten.
Rückblick
Während des vergangenen Wochenendes waren die Bedingungen für Skitouren in der Höhe optimal: Die Nullgradgrenze ist über 3000 m gestiegen, die Schneedecke konnte aber aufgrund der klaren Nächte und der trockenen Luft sehr gut ausstrahlen und wiedergefrieren. Damit herrschte in der Früh geringe Lawinengefahr der Stufe 1.







Prognose
Nach den aktuellen Wetterprognosen verlaufen die nächsten Tage trocken, erst Anfang nächster Woche können wieder ein paar Regenschauer entstehen bei einer voraussichtlichen Schneefallgrenze oberhalb von etwa 2400 m. Die Lawinengefahr unterliegt aktuell einem leichten Tagesgang: nach klaren Nächten sind die Bedingungen in der Früh gut bei recht sicheren Verhältnissen.
