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Nassschneeproblem beachten, in der Höhe kurzzeitig lokal auch frischen Triebschnee!

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 Der Lawinenwarndienst hat derzeit wenig Informationen aus dem Gelände , weshalb die Lawinengefahr vor Ort besonders gründlich überprüft werden sollte. Gestern, v.a. aber heute und teils auch morgen sorgen durchziehende Regenschauer zu Niederschlägen, die Schneefallgrenze liegt dabei meist zwischen 2000 und 2500 m. Der konvektive Charakter der Niederschläge führt dabei zu lokal sehr unterschiedlichen Niederschlagsmengen. Der Wind weht dabei mäßig, teils auch stark aus südlichen Richtungen und kann in der Höhe in Schattenhängen lokal frischen Triebschnee bilden . Auch am Wochenende können auf den Bergen am Nachmittag weitere Schneeschauer auftreten. Diese möglichen Triebschneeansammlungen sind aber nur kurzzeitig ein Problem , da sie sich aufgrund der milden Temperaturen und der Strahlung rasch mit der Altschneedecke verbinden werden. Am kritischsten sind steile Schattenhänge im Hochgebirge. In den Gebieten mit mehr Neuschnee sind bei direkter oder auch diffuser Strahlung ...

Frühjahrssituation in der Höhe - Ende der Ausgabe des täglichen Lawinenreports

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 Am Samstag 2. Mai wird der letzte Lawinenreport der Wintersaison 2025-26 veröffentlicht. Bei relevanten Veränderungen der Lawinensituation werden wir weiterhin über unseren Blog informieren. Seit unserem letzen Blogeintrag hat sich eigentlich wenig geändert, bis auf die Niederschläge von gestern und heute. Dabei hat es im ganzen Land etwas geregnet, gebietsweise aufgrund des konvektiven Charakters auch ergiebig, vereinzelt waren auch Blitz und Donner mit dabei. Schnee fiel dabei v.a. oberhalb 2000 bis 2300 m. Niederschlagsverteilung der vergangenen 48 Stunden. Die Summen liegen meist zwischen fünf und zehn mm, mit stärkeren Regenschauern und Gewittern auch deutlich höher. An der Station Radein im Südtiroler Süden sind sogar 65 mm Niederschlag gefallen. Der Neuschnee hat meist keinen großen Einfluss auf die Lawinengefahr, außer in den Gebieten mit mehr Niederschlag, dies besonders vom Latemar bis zu den Pragser Dolomiten (hier hat es in der Höhe möglicherweise um 30 c...

Die Nullgradgrenze steigt - Tagesgang der Lawinengefahr

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 Die Gefahr vor Nassschneelawinen ist in den nächsten Tagen von der Tageszeit abhängig: Man sollte für Skitouren früh starten und früh zurück sein. Im Hochgebirge sind persistente Schwachschichten eine latente Gefahr. Eine Hochdruckwetterlage sorgt im ganzen Land für sonniges Wetter und milde Temperaturen. Die Nullgradgrenze steigt heute Nachmittag, 23. April, auf fast 3000 m, wodurch sich eine typisch frühlingshafte Situation einstellt: Es ist in solchen Situationen wichtig, die Wetterdaten genau im Blick zu halten und möglichst früh zu starten . Die persistenten Schwachschichten sind in West-, Nord- und Osthängen vereinzelt störanfällig : Lawinen können zwar nur sehr vereinzelt mit großer Zusatzbelastung von Wintersportler:innen ausgelöst werden, dann aber im ungünstigen Fall eine beachtliche Größe erreichen. Auf der harten Schneeoberfläche herrscht im steileren Gelände Absturzgefahr . Kurzer Rückblick Vor dem letzten Wochenende waren die Nächte klar, wodur...

Vorsicht vor Nassschnee und vor langlebigen Schwachschichten (Altschneeproblem) - Lawinenunfall bei der Berglhütte (Trafoi) am 11.04.2026

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 Die Gefahr vor Nassschneelawinen unterliegt in den nächsten Tagen einem Tagesgang: Es empfiehlt sich früh zu starten und früh zurück zu sein. In hohen Lagen schlummern weiterhin latente Schwachschichten in der Schneedecke. Nach dem Niederschlag vom 13. und 14. März befinden wir uns in einer Frühjahrssituation : Die Lawinengefahr ändert sich im Tagesverlauf und hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab, die die Situation schnell ändern können (heitere oder bedeckte Nächte, Veränderung der Bewölkung und Temperaturanstieg im Laufe des Tages, Höhe der Bewölkung, Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit und vieles mehr). Vereinzelt sind an West-, Nord- und Osthängen Schwachschichten in der Schneedecke noch störanfällig : Lawinen können zwar nur an wenigen Stellen ausgelöst werden, können aber im Falle einer Auslösung beachtliche Größen erreichen. Auf der harten Schneeoberfläche herrscht am Morgen in steileren Hängen Abrutschgefahr . Die Schneedecke ist kleinräumig sehr unterschie...

Frühjahrssituation - das Altschneeproblem verlangt aber weiterhin eine gewisse Vorsicht! - Analyse des Lawinenunfalls an der Grabspitze im Pfitschertal, 05.04.2026

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 Die Lawinengefahr aufgrund des Nassschneeproblems steigt im Tagesverlauf an: Touren müssen zeitig begonnen und früh beendet werden. Schwachschichten in der Schneedecke stellen weiterhin eine latente Gefahr dar. Seit dem vergangenen Wochenende (Samstag, 4. April) liegt die Nullgradgrenze bei 3000 m, was milde Temperaturen und frühlingshafte Verhältnisse mit sich bringt. Unter diesen Bedingungen muss die Lage täglich sorgfältig beurteilt werden: Selbst kleine Veränderungen der Wetterbedingungen (klare oder bewölkte Nacht, Zunahme der Bewölkung und der Temperatur im Laufe des Tages, Höhe der Wolken und der Nullgradgrenze, Luftfeuchtigkeit usw.) können die Lawinengefahr stark beeinflussen. In klaren Nächten mit trockenen Luftmassen kann die Schneedecke sehr gut ausstrahlen und oberflächlich wiedergefrieren, damit sind die Bedingungen in der Früh günstig . Ist dagegen die Nacht bedeckt und die Luft feucht ist die Ausstrahlung stark reduziert, die Schneedecke kann nicht wi...