Achtung vor frischem Triebschnee, Altschneeproblem beachten!

 Die frischen Triebschneeansammlungen sind spröde und teils störungsanfällig, das Altschneeproblem, das weiterhin aufgrund des ungünstigen Schneedeckenaufbaus besteht, ist weiterhin latent vorhanden.

Von Montagabend, 30.03.2026 bis Dienstagnachmittag, 31.03.2026 brachte eine nördliche Anströmung am Alpenhauptkamm zwischen 5 und 15 cm Neuschnee, lokal auch etwas mehr. Dabei wehte der Wind stark bis stürmisch.

Neuschneedifferenz zwischen Montag 30.03.2026 2:00 Uhr und Mittwoch 01.04.2026 2:00 Uhr.

Der Wind hat oberhalb der Waldgrenze in allen Expositionen zur Bildung störungsanfälliger Triebschneepakete (in den Gebieten mit mehr Neuschnee können diese auch groß sein) geführt. Außerdem hat der Wind die Schneeoberfläche massiv bearbeitet. Rückmeldungen aus dem Gelände in Form von Rissen in der Schneedecke bestätigen die Störanfälligkeit des Triebschnees, dies besonders am Alpenhauptkamm.

Das Altschneeproblem sollte weiterhin beachtet werden: Zwar können Lawinen nur an wenigen Orten ausgelöst werden, sie können im ungünstigen Fall aber durchaus groß sein.

Schneewechten am Limo Pass in der Fanesgruppe. (Foto: Emanuele Ciullo, 27.03.2026)
Sastrugi soweit das Auge reicht. Die komplette Schneeoberfläche ist vom Wind bearbeitet, im Bild am Sas dla Para (Lavinores) im Sennesgebiet. (Foto: Max Willeit, 28.03.2026)
Auch im Val Setus im Sellastock hat der Wind viel Schnee verfrachtet. (Foto: Forststation Stern Abtei, 31.03.2026).
Risse in der Schneedecke am Hinterbergkofel am Staller Sattel, Antholz. (Foto: Daniel Kleinlercher, 27.03.2026).

Auch Lawinenabgänge wurden uns gemeldet:

Vom Hubschrauber gesprengte Lawine, die die Grödner Joch Straße erreicht hat. Laut Beobachtung hat sie in der Sturzbahn die gesamte Schneedecke mitgerissen. (Foto: David Demetz, 27.03.2026)
Mittlere und große spontane Lawinen am Äußerer Bärenbart in Langtaufers am Reschen. Wahrscheinlich sind sie am vergangenen Donnerstag 26.03.2026 aufgrund des Neuschnees in Kombination mit dem Sturm abgegangen. Die violetten Linien kennzeichnen ungefähr die Anbruchzonen der Lawinen, die orangen Linien zeigen die zum Teil erkennbaren Ablagerungen. (Foto: Josef Plangger, 27.03.2026)

Ausblick

In den nächsten Tagen sind keine Niederschläge zu erwarten. Während des kommenden Wochenendes erreicht die Nullgradgrenze wieder die 3000 m Marke und es wird somit recht mild. Dies führt auf der einen Seite zu einer allmählichen Stabilisierung des Triebschnees, auf der anderen Seite rückt das Nassschneeproblem aber wieder in den Vordergrund.

Neuschneeprognose für den Raum Ratschings auf 1962 m. (Quelle: Geosphere Austria)

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