Die Lawinensituation bleibt kritisch. In den östlichen Landesteilen steigt die Lawinengefahr auf Stufe 4 - groß.
Schon einzelne Wintersportler:innen können Lawinen im schwachen Altschnee auslösen, die frischen Triebschneeansammlungen sind störungsanfällig und schwer zu erkennen.
Gestern Vormittag, am 3. Februar, hat eine Störung etwas Neuschnee gebracht. Es fielen bis zu 10 cm Schnee, lokal auch etwas mehr. Der Schneefall war von starkem bis stürmischem Wind aus südlichen Richtungen begleitet.

Der Neu- und Triebschnee überlagern eine labile Altschneedecke, die persistente Schwachschichten enthält, außerdem wurde häufig Oberflächenreif eingeschneit. Wir haben außergewöhnlich viele Rückmeldungen in den vergangenen Tagen dazu bekommen. Danke dafür allen Beobachter:innen! (:
In den kommenden Stunden und in der folgenden Nacht kommt es neuerlich zu Schneefällen. Verbreitet werden 10 -20 cm Schnee erwartet: Am wenigsten im oberen Vinschgau mit nur wenigen Zentimetern, Richtung Sextner Dolomiten kann aber auch bis zu 40 cm Neuschnee zusammen kommen. Damit steigt in diesen Gebieten die Lawinengefahr auf Stufe 4 - groß an. Der Wind weht dabei meist nur schwach bis mäßig aus südöstlichen Richtungen.
Am Freitag 6. Februar fällt laut derzeitigen Prognosen wieder etwas Schnee.


Die frischen und älteren Triebschneepakete wurden und werden teilweise überschneit und sind deshalb schwierig zu erkennen. Außerdem sind sie schlecht mit dem Altschnee verbunden. Die Gefahrenstellen findet man v.a. in steilen Hängen der Exposition West über Nord bis Ost an und oberhalb der Waldgrenze. Mögliche Lawinen sind meist mittelgroß, in den Gebieten mit mehr Neuschnee können sie vereinzelt auch Größe 3 - groß erreichen. Die Schneedecke ist teilweise sehr locker und damit muss man weiterhin auf nur schwach eingeschneite Steine aufpassen.
Nach wie vor empfiehlt es sich sehr vorsichtig und defensiv unterwegs zu sein und möglichst steiles, schattiges Gelände zu meiden.
Rückblick
Nach einem sehr schneearmen Winterbeginn, in dem Skitouren bis auf wenige Ausnahmen nicht möglich waren haben zwei Niederschlagsereignisse aus Süd Südtirol eingeschneit. Dies bei teils stürmischem Wind. Der erste Schneefall lagerte sich auf einer sehr schwachen Altschneedecke ab (siehe Schneeprofil des letzten Blogeintrags), der zweite Schneefall wurde häufig auf Oberflächenreif abgelagert. Aus diesen Gründen haben wir es aktuell v.a. in West-, Nord- und Osthängen mit einem Altschneeproblem zu tun.

Die vielen Alarmzeichen, die uns in der vergangenen Woche aus dem Gelände gemeldet wurden (Risse in der Schneedecke, Setzungsgeräusche, spontane Lawinen sowie Fernauslösungen) haben die, an vielen Stellen, geringe Schneedeckenstabilität bestätigt. Wegen der insgesamt meist wenig mächtigen Schneehöhe haben wir uns vorwiegend mittelgroße Lawinen (Größe 2) erwartet. Diese Einschätzungen wurden von Rückmeldungen aus dem Gelände bestätigt; die Lawinengefahr wurde im oberen Bereich der Stufe 3 - erheblich eingeschätzt.
Am vergangenen Freitag und Samstag, 30. und 31. Jänner haben wir sehr viele Rückmeldungen von Alarmzeichen und von einzelnen großen Lawinen (Größe 3) erhalten. Im Nachhinein hätte man die Lawinensituation für den Donnerstag und Freitag in einigen Gebieten im Norden des Landes, vom Rojental bis ins Pfitschertal mit Lawinengefahrenstufe 4 - groß bewerten können.
Es folgen Bilder von Rückmeldungen und Lawinen aus dem Gelände:















Analyse des Lawinenunfalls am Welscher Berg - Ulten, 31.01.2026
Ein Skitourengeher befand sich in der Abfahrt vom Kamm zwischen dem Welscher Berg und der Kachelstube in einem ostexponiertem Hang als er von einer Lawine mitgerissen wurde. Er konnte sich selbst befreien und selbstständig ins Tal abfahren. Die Bergrettung wurde nicht alarmiert.
Es handelt sich um eine kleine bis mittlere Lawine. Sie ist auf ca. 2500 m in einem ca. 35° steilen Hang angebrochen.
