Die Lawinensituation ist für Aktivitäten außerhalb des gesicherten Pistenbereichs kritisch
Link abrufen
Facebook
X
Pinterest
E-Mail
Andere Apps
An steilen Schattenhängen ist große Vorsicht und Zurückhaltung geboten. Neuschnee und frische sowie ältere Triebschneeansammlungen sind instabil. Die Gefahrenstellen sind schwierig zu erkennen. Zahlreiche Beobachtungen aus dem Gelände bestätigen die instabile Schneedecke.
Nach den Schneefällen vom Wochenende brachte von Dienstag Abend, 27. Januar, bis Donnerstag Nachmittag, 29. Januar, erneut ein Italientief 10 bis 30 cm Neuschnee. Am Mittwoch, den 28. Januar, wehte der Wind zunächst noch stark bis stürmisch aus südlichen Richtungen, bevor er ab Mittwoch Mitternacht abschwächte (schwach bis mäßig) und auf Nord drehte.
Niederschlagssummen der letzten 48 Stunden in mm, gemessen an den Wetterstationen im Tal. Die größten Niederschlagsmenge traten in den typischen Südstaulagen auf, die geringsten Niederschläge hingegen im oberen Vinschgau und im hinteren Ahrntal. Die Beobachter in Pfelders und auf dem Gitschberg meldeten in den letzten 48 Stunden 28 cm Neuschnee.
Die während des gestrigen Schneefalls entstandenen Triebschneeansammlungen wurden eingeschneit und sind daher kaum mehr erkennbar. Der Neuschnee und die Triebschneeansammlungen vom Wochenende haben sich auf einer schwachen Altschneedecke abgelagert (siehe Schneeprofil am Schlattacherjoch weiter unten), deren Basis aus großen Becherkristallen besteht: Daher ist die Lawinengefahr im gesamten Land auf Stufe 3, erheblich, angestiegen. Der Neuschnee und die Triebschneeansammlungen des letzten Schneefalls haben sich hingegen teilweise auf Oberflächenreif abgelagert und haben sich deshalb mit dem Triebschnee vom Wochenende nur schlecht verbunden.
Gefahrenstellen befinden sich vor allem an West-, Nord- und Osthängen oberhalb Waldgrenze bzw. auch im Waldgrenzbereich, hauptsächlich in Mulden, Rinnen und hinter Geländekanten sowie in Windschattenhängen. Die Anzahl und Größe der Gefahrenstellen nehmen mit der Höhe zu. Lawinen sind meist mittelgroß.
Zahlreiche Beobachtungen aus dem Gelände (Risse in der Schneedecke,Whummgeräusche, spontane Lawinen und Fernauslösungen) bestätigen die instabile Schneedecke und die heikle Lawinensituation. Es ist große Vorsicht und umsichtiges Handeln geboten, steile Schattenhänge sollten möglichst gemieden werden.
Rückblick
Von Freitagabend, 23. Januar, bis Sonntagabend, 25. Januar, brachte eine Südanströmung Schneefälle ins Land. Es fielen verbreitet 10 bis 30 cm Schnee, lokal auch mehr, begleitet von zeitweise starkem Wind aus südlichen Richtungen, der den Neuschnee verfrachtete.
Schneehöhendifferenz der letzten 48 Stunden von 1.00 Uhr Samstag, 24.01.2026 bis 1.00 Uhr Montag, 26.01.2026.
Es folgen ein paar Fotos, die die jetzige Situation gut beschreiben:
Die Dolomiten verwandelten sich in eine Winterlandschaft, wie hier in den Pragser Dolomiten (Foto: Erwin Steiner, 26.01.2026).Deutlich sichtbare Windzeichen (Dünen) an der Schneeoberfläche im Rojental am Reschen. (Foto: Florian Leitner, 29.01.2026)Frische, kleine Lawinen im Aufstieg auf den in Weißenbach, Ahrntal. (Foto: Gabriel Steger, 26.01.2026)Auch hier frische Schneebrettlawinen, welche neben dem Rieglerjoch in den Pfunderer Bergen beobachtet wurden. (Foto: Gabriel Steger, 26.01.2026)Fernausgelöste Lawinen in der Nähe des Schlattacherjochs, westlich des Glaitner Hochjochs in Ratschings. Der Rote Punkt markiert den Punkt an dem die Lawine fernausgelöst wurde. Während dem Aufstieg wurden zahlreiche Whummgeräusche wahrgenommen (Foto: Paul Mair, 26.01.2026).Schneeprofil, das im Anbruchgebiet der fernausgelösten Lawine am Schlatterjoch gegraben wurde. Die Basis der Schneedecke besteht aus großen Becherkristallen, während sich auf der Oberfläche ein weiches Schneebrett aus Triebschnee befindet. Während eines ECTs löste sich eben dieses Schneebrett beim dritten Schlag aus dem Handgelenk: Der Bruch konnte sich im gesamten Block ausbreiten; dies bestätigt den schwachen Aufbau der Schneedecke. (Quelle: Lawis.at).Lockerschneelawinen in einem extrem steilen Sonnenhang neben der Hennesiglspitz in Langtaufers, oberes Vinschgau (Foto: Josef Plangger, 27.01.2026).Spontane Lawinen unterhalb der Eisseespitze in einem Schattenhang auf ca. 2800 m in Sulden (Foto: Ludwig Gorfer, 27.01.2026).Frische, kleine Lockerschneelawinen am Zendleserkofel im Villnößtal (Roland Wimmer, 27.01.2026).Lawinen, die im Waldgrenzbereich des Kleinen Jaufen in den Pragser Dolomiten beobachtet wurden. Dies zeigt, dass auch in Schattenhängen im Waldgrenzbereich die Lawinensituation kritisch ist. (Foto: Erwin Steiner, 26.01.2026).Böschungsrutsch unterhalb der Waldgrenze in Wolkenstein in Gröden. Zusammen mit einer Geländefalle können solche kleinen Rutsche auch eine Gefahr darstellen (Foto: Pauli Trenkwalder, 29.01.2026).Die Risse in der Schneedecke in Ladurns im Wipptal, zeigen dass, sich Brüche in der Schneedecke leicht fortpflanzen können. Auch hier war die Situation schon im Waldgrenzbereich heikel (Foto: Lawinenwarndienst Südtirol, 26.01.2026).Oberflächenreif neben dem Joel Joch im Gadertal. Dieser Oberflächenreif wurde während des letzten Schneefalls eingeschneit und wurde so zu einer potentiell kritischen Schwachschicht (Forststation Stern-Abtei, 27.01.2026).
Vorschau
Die Temperaturen werden in den nächsten Tagen nicht wesentlich ansteigen, sodass sich die Schneedecke - unter anderem aufgrund persistenter Schwachschichten - kaum stabilisieren wird. Mitte nächster Woche werden erneut Schneefälle erwartet, aber die Vorhersagen sind noch mit Unsicherheiten behaftet, sodass für eine detailliertere Vorhersage noch abgewartet werden muss.
Vorhersage der akkumulierten Neuschneesummen für die Pragser Dolomiten auf 2238 m (Fonte: Geosphere Austria).
Rückmeldungen aus dem Gelände bestätigen die markante Lawinengefahr. Winterportler:innen müssen zurzeit vorsichtig unterwegs sein. Gestern Abend, 10. März hat eine Störung aus West Schneefälle ins Land gebracht. Bis Donnerstag Abend werden vor allem am Alpenhauptkamm und in der Ortlergruppe bis zu 15 cm Neuschnee erwartet. Begleitet wird das Niederschlagsereignis von mäßigem bis starkem Wind aus westlichen Richtungen. Nueschneevorhersage für den Zeitraum 10.02.2026. 01.00 Uhr bis 13.02.2026, 01.00 Uhr. Frischer Triebschnee wird auf einer ungünstigen Oberfläche abgelagert (am Wochenende bekamen wir viele Rückmeldungen über Oberflächenreif ), die Lawinengefahr steigt somit etwas an. Aktuelle Situation ANch den letzten Schneefällen ist es nun endlich möglich auf Skitour unterwegs zu sein. Allerdings stieg mit den Schneefällen auch die Lawinengefahr an, wodurch auch die Möglichkeiten für Skitouren etwas eingeschränkt bleiben. Die Dolomiten haben wieder ein Wi...
Außergewöhnliche Schneefälle, tiefe Temperaturen und vor allem viele Wintersportler im freien Gelände,- Zeit um einen kurzen Rückblick auf die Lawinenunfälle zu werfen. Während in der Schweiz bereits jetzt überdurchschnittlich viele Lawinenunfälle und Lawinenopfer registriert wurden, sind die Unfallzahlen in Südtirol nicht außergewöhnlich für diese Zeit. In der heurigen Saison wurden uns b is zum heutigen Zeitpunkt acht Lawinenunfälle gemeldet. Als Lawinenunfall bezeichnet man ein Lawinenereignis, bei dem mindestens eine Person von den Schneemassen mitgerissen wird, unabhängig von den Folgen. Die registrierte Anzahl der Lawinenunfälle liegt wahrscheinlich unter der Realität, da Lawinenunfälle, welche glimpflich ausgehen, nur selten gemeldet werden. Auflistung der bis jetzt gemeldeten Lawinenunfälle in Südtirol. Die Tabelle bezieht sich auf das hydrologische Jahr, welches am 01. Oktober beginnt und am 30. September des Folgejahres endet. Die Hangneigu...
Mit dem hochsommerlichen Wetter zieht sich die Schneedecke rasch in die Höhe zurück. Der Niederschlag, der während der kalten Jahreszeit fiel, wird nun langsam wieder an die Natur abgegeben. Die Schneeschmelze ist besonders wichtig für die Grundwasserneubildung und damit für die Wasserversorgung. Satellitenbild vom Ahrntal links vom 24. Mai und rechts vom 13. Juni (Quelle: Copernicus, Sentinel 2, https://www.sentinel-hub.com, 25.06.2019) Die Schneeschmelze ist äußerst witterungsabhängig. Dieses Jahr trat beispielsweise der Höhepunkt der Schneeschmelze durch den außergewöhnlich kalten und unbeständigen Mai vergleichsweise spät auf. Durch die großen Schneemengen die Ende Mai noch auf Südtirols Bergen lagen verzeichneten viele Flüsse einen starken Anstieg der Pegel. Monatsmittel des Pegels an der Ahr bei St.Georgen. Die gelbe Linie zeigt den 30-jährigen Monatsmittelwert, die blaue Linie das Monatsmittel des heurigem Jahres. Während die Ahr im Juni überdurchschnittlich viel Wa...