Wenig Schnee und geringe Lawinengefahr

 Ein Hoch hat in den letzten Tagen für mildes und trockenes Klima gesorgt: Die Lawinengefahr ist gering, Skitouren sind kaum möglich.

Die Bedingungen für Skitouren sind zur Zeit aufgrund der geringen Schneemengen ungünstig. Die milden Temperaturen, die auf das anhaltende Hoch zurückzuführen sind, haben zu einer fast vollständigen Ausaperung der Schneedecke bis ins Hochgebirge geführt: Die Schneedecke ist vielerorts nicht geschlossen und es muss auf die Verletzungsgefahr durch aus der Schneedecke hervorragende Felsen geachtet werden.

Die Lawinengefahr ist gering: Die frischen, meist kleinen Triebschneeansammlungen sind teilweise störanfällig und liegen am Alpenhauptkamm und in der Ortlergruppe auf weichen Schichten. Lawinen können in diesen Gebieten besonders an extrem steilen Schattenhängen in der Höhe im schwachen Altschnee abgehen, bleiben jedoch meist klein. Nichtsdestotrotz ist die derzeitige Situation nicht zu unterschätzen, da in jenem alpinen Gelände, wo Lawinen vorwiegend auslösbar sind, auch kleine Lawinen ausreichen, um zu einem tödlichen Absturz zu führen.

Ausblick auf die Grödner Dolomiten vom Rittner Horn. Skitouren sind kaum möglich, bis in hochalpine Lagen liegt praktisch kein Schnee. (Foto: foto-webcam.eu, 15.12.2025)
Auch in der Sellagruppe liegt fast kein Schnee. (Foto: Forststazion Stern Abtei, 11.12.2025)
Rund um das Skigebiet Gitschberg Jochtal schaut es nicht anders aus. Im Foto sieht man Richtung Südseite der Plattspitz. (Foto: Thomas Engl, 09.12.2025).
Blick vom Becherhaus ins Ridnaunertal. Nicht einmal im Hochgebirge ist die Schneedecke geschlossen und man muss auf Steinkontakt und hervorragende Felsen schauen. (Foto: foto-webcam.eu, 15.12.2025).

Kurzer Rückblick

In der Nacht vom 7. auf den 8. Dezember hat eine Kaltfront aus Nordwest vor allem am Alpenhauptkamm zu schwachen Niederschlägen geführt. Bis auf etwa 2800 m Meereshöhe fiel dieser Niederschlag in Form von Regen. In Schattenhängen im Hochgebirge hingegen konnten sich meist kleine Triebschneeansammlungen bilden.

Mit Ende der Niederschläge stieg die Nullgradgrenze auf über 3000 m, wodurch die Schneedecke bis ins Hochgebirge durchfeuchtet wurde: Es gab in extrem steilen Schattenhängen somit bereits den ersten Nassschneezyklus der Saison. Lawinen wurden teilweise sogar mittelgroß. In Folge entstand vielerorts bis auf über 3000 m Höhe eine meist dünne Schmelzkruste.

Windzeichen auf der Schneedecke unterhalb der Finailspitze in Schnals. (Foto: Peter Vanzo, 10.12.2025)
Feuchte Lockerschneelawinen mittlerer Größe im Schnalstal mit Blick Richtung "Hinteres Eis". (Foto: Ludwig Gorfer, 08.12.2025)
Feuchte, kleine Schneebrettlawine beim "Im Hinteren Eis" im Schnalstal. (Foto: Klaus Tumler, 08.12.2025).
Feuchte, kleine Lockerschneelawine bei den Medalges im Gadertal. (Foto: Andrea Oberbacher, 07.12.2025).

Bis gestern, 16. Dezember, lag die Nullgradgrenze auf über 2000 m, wodurch sich die Schneedecke stark in die Höhe zurückzog. Besonders in Sonnenhängen liegt teilweise bis ins Hochgebirge kein Schnee.

In der Nacht von gestern auf heute haben ein paar Schneefälle im ganzen Land einige Zentimeter Neuschnee gebracht. Mit mäßigem bis starkem Wind aus südlichen Richtungen konnten sich besonders in Schattenhängen im Hochgebirge zwar störanfällige, aber meist nur kleine, Trieschneepakete bilden.

Vorhersage

Laut aktuellen Langzeitprognosen bleibt es bis zur Weihnachtswoche trocken. Erst nach Weihnachten werden ein paar einzelne Schneeflocken erwartet. Die Lawinengefahr wird sich also nicht groß ändern und bleibt gering.

Vorhersage für die akkumulierte Neuschneesumme in der Ortlergruppe auf 2625 m. (Quelle: Geosphere Austria)

Wir wünschen allen Frohe Weihnachten und hoffen auf viel Neuschnee im Neuen Jahr! ;-)

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