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Es werden Posts vom April, 2025 angezeigt.

Frühjahrsbedingungen in der Höhe - Ende der Ausgabe des Lawinenreports

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 Heute, 30. April wird der letzte Lawinenreport der Saison 2024-25 veröffentlicht. Bei markanten Änderungen der Lawinensituation informieren wir weiterhin im Blog. Seit dem letzten Blogeintrag hat sich die Lawinensituation nicht wesentlich verändert. Die jüngsten Triebschneeansammlungen haben sich schnell stabilisiert und sind nur noch sehr vereinzelt im Hochgebirge an schattigen Steilhängen störanfällig. Die Lawinengefahr geht aktuell vom Nassschneeproblem aus und unterliegt einem Tagesgang. Die Altschneedecke ist in hohen Lagen in Schattenhängen sowie an Sonnenhängen im Hochgebirge durchnässt. Ein Hochdruckgebiet sorgt aktuell für sonnige Tage und wolkenlose Nächte: Die Schneedecke kann während der Nacht gut ausstrahlen und wiedergefrieren, somit ist die Lawinengefahr in der Früh gering bei oft günstigen Verhältnissen. Im Laufe des Tages steigt die Gefahr mit dem Temperaturanstieg und der Sonneneinstrahlung an. Lawinen sind jedoch meist nur klein. An steilen Häng...

Vorsicht vor Nassschnee und in der Höhe vor Triebschnee

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 Der Lawinenwarndienst hat zurzeit nur wenige Rückmeldungen aus dem Gelände, eine aufmerksame Beurteilung der Lawinengefahr vor Ort ist ratsam. Rückblick Am Donnerstag, 17. April fielen in hohen Lagen mehr als einen halben Meter Schnee, während es unterhalb 2200 m stark geregnet hat. Betroffen waren vor allem die Ortlergruppe und die Dolomiten. Besonders im Hochgebirge entstanden mit dem teils stürmischen Wind vor allem in Schattenhängen störanfällige Triebschneepakete , während in hohen Lagen die Anfeuchtung der Schneedecke aufgrund des Regens und der hohen Luftfeuchtigkeit vor allem in West, Nord und Osthängen zu spontanen Nassschneelawinen führte. In den von den Schneefällen am stärksten betroffenen Gebieten wurde erhebliche Lawinengefahr der Stufe 3 erreicht. Niederschlagssumme in Millimeter für Donnerstag, den 17. April. Die am stärksten von den Niederschlägen betroffenen Gebiete waren die Ortlergruppe und die Dolomiten. Anbruchgebiet einer Schneebrettlawi...

Das Nassschneeproblem sorgte für eine kritische Lawinensituation

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 Im Hochgebirge führte das Triebschneeproblem zu einem Anstieg der Lawinengefahr, in hohen Lagen das Nassschneeproblem. Nassschneelawinen waren in den vergangenen Tagen verantwortlich für die kritsche Lawinensituation. Die Tourenbedingungen waren ungünstig. Rückblick Während am vergangenen Samstag, 12. April die Bedingungen für Skitouren oder Schneeschuhwanderungen noch ausgezeichnet waren, sorgte eine feuchte und milde (die Nullgradgrenze lag bei etwa 3000 m) Südanströmung ab Sonntag für einen allmählichen Anstieg der Lawinengefahr aufgrund des Nassschneeproblems: Am Sonntag erreichte die Lawinengefahr im Tagesverlauf Stufe 3, erheblich in allen Expositionen unterhalb von ca. 2800 m. Gute Skitourenbedingungen am Vorderen Kitzkogel, im hinteren Passeiertal (Foto: Ludwig Gorfer, 12.04.2025). Bedeckte Nächte und feuchte Luft führten zu einer raschen Durchnässung der Schneedecke, so dass das Nassschneeproblem ab Montag, 14. April schon in der Früh vorhanden war. Zusä...

Nach einer recht frischen Woche kehrt auch in der Höhe der Frühling zurück

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  Kurzer Rückblick Wurde für Samstag Nachmittag, 5. April, aufgrund des Nassschneeproblems noch Gefahrenstufe 2 (mäßig) prognostiziert, so ging die Lawinengefahr aufgrund eines Temperaturrückganges und das Eintreffen trockener Luftmassen zurück auf gering - Gefahrenstufe 1. Die wenigen Rückmeldungen aus dem Gelände bestätigten die geringe Lawinengefahr. Pulverschnee war nur noch an windgeschützten Nordhängen zu finden, während man in anderen Expositionen guten Firn genießen konnte. Das Altschneeproblem war nur noch vereinzelt Thema. Kurzum, die Bedingungen für Frühjahrsskitouren waren gut. Schneebrettlawine, die wahrscheinlich durch den Abbruch eines Seracs bei Melag im oberen Vinschgau ausgelöst wurde. Die große Zusatzbelastung, die für die Auslösung dieser Lawine erforderlich war, bestätigt die gute Stabilität der Schneedecke. (Quelle: Josef Plangger, 07.04.2025) Böden von Lazaun im Schnalstal. (Foto: Ludwig Gorfer, 08.04.2025) Schöner Pulverschnee (Recyc...

Aktuell Frühjahrsituation auf unseren Bergen - Analyse der Lawinenunfälle am Flimjoch (Ulten) und am Inneren Nockenkopf (Rojen)

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  Kurzer Rückblick und aktuelle Situation Am vergangenen Wochenende hat eine zunächst östliche, dann allmählich auf Nord drehende Anströmung vor allem am Ortler und teilweise auch am Alpenhauptkamm (v.a. Ahrntaler Berge) Neuschnee gebracht. Lokal fielen 40 cm Schnee, so z.B. an der Station Madritsch auf 2825 m in Sulden. 72 Stunden Schneehöhendifferenz von Samstag 29.03 bis Montag 31.03. Die Werte in den Kreisen zeigen die Unterschiede in der Schneehöhe direkt an Messstationen an (die Differenz beinhaltet die Setzung sowie mögliche Veränderungen durch Schmelze oder Windverfrachtung). Die Karte wird über räumliche Interpolation aus diesen Werten sowie anderen Messungen und auch Schneedeckenmodellen unter Berücksichtigung der Orografie erstellt. Die Schneefälle wurden von teils stürmischem Wind aus nördlichen Richtungen begleitet. In den neuschneereichsten Gebieten wurde somit Gefahrenstufe 3 - erheblich erreicht, die Lawinenprobleme die dafür verantwortlich waren waren ...