Posts

Es werden Posts vom Februar, 2025 angezeigt.

Altschnee und frischen Triebschnee beachten

Bild
 Seit gestern Abend, Dienstag, 25. Februar, hat eine Kaltfront leichten Schneefall ins Land gebracht. Bis zu 15 cm Neuschnee sind bisher gefallen, vor allem in der Osthälfte des Landes. Während des Schneefalls wehte der Wind in der Höhe mäßig, sodass sich meist kleine Triebschneeansammlungen bilden konnten. Für Erfahrene sind diese gut erkennbar. Durch dieses Niederschlagsereignis wurde der Schnee an der Schneeoberfläche etwas gebundener und wurde somit zu einem Schneebrett. Ein solches hat die Fähigkeit, einen möglichen Bruch in einer Schwachschicht besser auszubreiten. Die Schichtung innerhalb der Schneedecke ist nach wie vor recht ungünstig, da sich innerhalb der Schneedecke Schwachschichten mit kantigen Kristallen befinden. Zusammengefasst führte dieses Niederschlagsereignis also zu einem Triebschneeproblem und verschärfte zudem etwas das Altschneeproblem. Eine Verschlechterung der Schneedeckenstabilität wird uns auch von Modellen bestätigt: Der Stabilitätsindex "...

Geringe oder mäßige Lawinengefahr

Bild
 Die Bedingungen für Skitouren sind im Allgemeinen günstig, das Altschnee- und Triebschneeproblem muss jedoch bedacht werden. Die Verletzungsgefahr durch Steinkontakt ist größer einzuschätzen als die Gefahr einer Lawinenverschüttung. Seit dem letzten Blogeintrag hat sich die Schneedecke weiter stabilisiert und die Lawinengefahr ist derzeit in Südtirol gering (Stufe 1), nur im oberen Vinschgau ist sie mäßig (Stufe 2). Das Altschneeproblem ist nach wie vor vorhanden aber immer weniger stark ausgeprägt: Trockene Schneebrettlawinen können nur noch vereinzelt ausgelöst werden. Diese Gefahrenstellen befinden sich vor allem in sehr steilen, schattigen Hängen oberhalb von etwa 2400 m, sie sind aber kaum zu erkennen. Die Schneedecke ist lokal sehr unterschiedlich und allgemein wenig mächtig. Daher muss die Gefahr von Verletzungen durch Steinkontakt berücksichtigt werden, auch bei einer Lawinenauslösung. Gefahrenstufenverteilung für Südtirol am Freitag 21.02.2025. Schnee...

Das schwer einschätzbare Altschneeproblem

Bild
 Seit dem letzten Blogeintrag hat sich lawinentechnisch eigentlich nicht viel getan. Die Situation ist nach wie vor zwar nicht besonders kritisch - es herrscht Großteils mäßige Lawinengefahr der Stufe 2. Besonders für Wintersportler:innen ist die Situation allerdings nicht immer leicht einzuschätzen - typisch Altschneeproblem. Ein typischer Schneedeckenaufbau für Schattenhänge sieht zurzeit folgendermaßen aus: Ganz am Boden findet man eine mehr oder weniger mächtige Schicht an Becherkristallen (schlechte Basis). Darüber wird die Schneedecke kompakter und besteht aus recht ähnlichen Schichten. Teilweise ist auch noch eine Kruste eingelagert, die sich vielerorts aber schon zu "zersetzen" beginnt. Die Oberfläche ist vor allem in windgeschützten Gebieten noch recht weich - zum Teil aufgrund von frischem Neuschnee, zum Teil aufgrund kantig aufgebauter Kristalle. Dort, wo der Wind drinnen war, ist die Oberfläche teils hart, oft aber nicht tragfähig. In Schöneben konnte die...

Meteo.report, Punktprognosen auf Gemeindeebene für die ganze Euregio

Bild
 Möchtest du die Prognosen für die nächsten Tage im Detail wissen? Suchst du gute Infos, um deine nächste Tour zu planen?  Seit vergangenem Sommer gibt es als Gegenstück zum bekannten Lawinen.report die Seite meteo.report.   Auf meteo.report stehen dir Vorhersagen auf Gemeindeebene in drei Sprachen zur Verfügung, in denen die aktuellsten Wettermodelle und die in der Euregio vorhandenen Wetterstationen integriert sind. Meteorologen der Wetterdienste aus dem Trentino, Südtirol und Tirol arbeiten außerdem täglich zusammen, um die Prognosetexte zu erstellen: Auf der Seite findet man außerdem eine Bergwetterprognose für die Tourenplanung. Die Seite bietet auch die Möglichkeit direkt auf alle Messwerte der Wetterstationen aus den drei Ländern zuzugreifen, die Niederschläge live zu verfolgen und nicht zuletzt kann man das aktuelle Wetter auf vielen Webcams mitverfolgen. Das Projekt wurde im Zuge des Erfolgs von Lawinen.report geboren und mit Mitteln...

Mäßige Lawinengefahr, latentes Altschneeproblem

Bild
 Seit dem letzten Blogeintrag hat sich die Lawinensituation weiter verbessert, die Tourenverhältnisse sind oft günstig. Es gilt jedoch das Altschneeproblem noch im Hinterkopf zu behalten. Auslösungen im Altschnee werden zwar immer unwahrscheinlicher, sind aber vereinzelt noch möglich; Lawinen können dann auch mittlere Größe erreichen. In der Höhe können kleinräumige Triebschneeansammlungen lokal ein Problem darstellen. In den ersten Tagen des Februars wurden uns noch viele Setzungsgeräusche, Risse in der Schneedecke, sowie Lawinen gemeldet. In den vergangenen Tagen wurden diese immer seltener. Lawinenauslösung im Altschnee im sehr steilen, schattigen Gelände durch Skitourengeher am Inneren Nockenkopf im Rojental . (Foto: Josef Plangger, 01.02.2025) Gleiches Tal und ähnlicher Höhenbereich sowie Exposition: auch hier am Grionkopf wurde eine Lawine im Altschnee ausgelöst. (Foto: Rudi Folie, 02.02.2025) Diese Lawine wurde uns vom Grödner Joch gemeldet. Auch hier liegt ...