Im Norden und Nordosten markanter Anstieg der Lawinengefahr mit Neuschnee und stürmischem Wind
Das Wichtigste vorab: Neuschnee und Wind führen am Alpenhauptkamm und besonders rund ums Ahrntal zu einem markanten Anstieg der Lawinengefahr!
Seit Montag, 30.01.2023 sorgte eine starke nordwestliche Höhenströmung, für teils stürmische Bedingungen auf den Bergen. Zum Teil registrierten unsere Windstationen Windgeschwindigkeiten von über 100 km/h.
| Schneeverfrachtungen an der Auronzohütte und in der Cadinigruppe. (Foto: Lawinenwarndienst Südtirol, 30.01.2023) |
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| Die Stationsmesswerte am Signalgipfel Wilder Freiger auf 3399 m zeigen die stürmischen Windverhältnisse mit Windböen über 100 km/h. |
Die stürmische Höhenströmung bleibt weiterhin bestehen. Eine eingelagerte Störung bringt heute Schneefälle in der nördlichen Landeshälfte. Der Schneefall klingt am Freitagvormittag ab. Während des gesamten Niederschlagsereignisses sind stellenweise bis zu 50 cm Neuschnee möglich, vor allem im hinteren Ahrntal. Gegen Süden hin sind die Neuschneemengen deutlich geringer, zum Teil bleibt es auch trocken.
Die Schneefallgrenze liegt zwischen 600 und 1000 m.
| Die Neuschneevorhersage für heute, Donnerstag, 02.02.2023 zeigt den deutlichen Gradient der Schneemengen Richtung Süden. |
| In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag begann es zu schneien, Sand in Taufers trägt schon ein weißes Winterkleid. (Foto: Webcam: https://www.alte-muehle.it/) |
Der stürmische Nordwestwind verfrachtet den Neuschnee und lockeren Altschnee intensiv. Neu- und Triebschneeansammlungen werden zum Teil auf eine lockere, weiche Altschneeoberfläche abgelagert.
An windgeschützten Schattenhängen haben sich die oberflächennahen Schichten zunehmend aufbauend umgewandelt und sind nun locker. Stellenweise hat sich auch Oberflächenreif gebildet.
Kurzum ein ungünstiger Untergrund für den Neuschnee. Die Schneedecke wird somit im Tagesverlauf zunehmend störanfällig.
Fernauslösungen und spontane Lawinen sind zu erwarten. Lawinen können zum Teil auch groß werden. Im Nordosten des Landes wird die Lawinengefahr mit Stufe 4 -groß bewertet.
| Die nordwestliche Höhenströmung erreicht am Samstag ihren Höhepunkt mit mittleren Windgeschwindigkeiten von bis zu 80 bis 90 km/h. Quelle: https://lawinen.report/weather/map/wind |
Die Lawinensituation bleibt entlang des Alpenhauptkamms kritisch, große Zurückhaltung ist angebracht. Die aktuellsten Neuschneeprognosen findet ihr zwei mal täglich aktualisiert auf lawinen.report/weather/map

