Am Hauptkamm teils heikle Lawinensituation
Während die Situation im Norden des Landes mit viel Neuschnee teils angespannt ist, blieb der Süden mit Nordföhn vom Schnee weitgehend verschont.
Schon seit Beginn des Jahres ändert sich an der allgemeinen Großwetterlage wenig. Ein ausgeprägtes Hoch über Westeuropa und ein Tief über Nordosteuropa bringen feuchte und kalte Luftmassen in den Alpenraum. Diese führen vor allem in den typischen Nordstaulagen zu überdurchschnittlichen Schneemengen.
Schon seit Beginn des Jahres ändert sich an der allgemeinen Großwetterlage wenig. Ein ausgeprägtes Hoch über Westeuropa und ein Tief über Nordosteuropa bringen feuchte und kalte Luftmassen in den Alpenraum. Diese führen vor allem in den typischen Nordstaulagen zu überdurchschnittlichen Schneemengen.
Von
den außergewöhnlichen Schneefällen waren in Südtirol nur jene Gebiete
betroffen, die an Nordtirol angrenzen, vor allem das Ahrntal und der
obere Vinschgau. Hier liegt die aktuelle Schneehöhe weit über dem langjährigen Mittel. Die Beobachterstation in Kasern auf 1590 m registrierte beispielsweise seit 1.Jänner 2019 genau 200 cm Neuschnee.
Begleitet wurden die Schneefälle stets von stürmischem Nord- und Nordwestwind, wodurch der Schnee intensiv verfrachtet wurde. Neu- und Triebschnee sind sehr störanfällig und können bereits durch geringe Zusatzbelastung ausgelöst werden.
Zudem zeigt die Altschneedecke teilweise einen schlechter Aufbau (Altschneeproblem), wie im folgenden Schneeprofil zu erkennen ist. Das Altschneeproblem ist vor allem an Übergängen von wenig zu viel Schnee zu berücksichtigen.
Aufgrund der großen Neuschneemengen, der kalten Temperaturen und des stürmischen Windes herrschte am vergangenen Wochenende in den nördlichen Landesgebieten oberhalb der Waldgrenze große Lawinengefahr (Stufe 4). Präventiv wurde deshalb am Sonntag die Ahrntalerstraße ab Kasern gesperrt. Am darauf folgenden Tag gingen hinter der Absperrung in zwei bereits bekannten Lawinenstrichen Lawinen ab.
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| Tiefwinterliche Bedingungen im hinteren Ahrntal (06.01.2019) |
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| Schneeverfrachtungen oberhalb der Waldgrenze führten zur Bildung zahlreicher Triebschneeansammlungen (Foto: Webcam Meran 2000, 09.01.2019). |
| Anrisskante einer kleinen, durch geringe Zusatzbelastung ausgelösten Lawine in der Nähe der Stegeralm, Prettau (06.01.2019) |
Zudem zeigt die Altschneedecke teilweise einen schlechter Aufbau (Altschneeproblem), wie im folgenden Schneeprofil zu erkennen ist. Das Altschneeproblem ist vor allem an Übergängen von wenig zu viel Schnee zu berücksichtigen.
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| Schneeprofil Zwiesl, Ridnaun 08.01.2019 (Quelle: https://www.lawis.at/profile) |
Aufgrund der großen Neuschneemengen, der kalten Temperaturen und des stürmischen Windes herrschte am vergangenen Wochenende in den nördlichen Landesgebieten oberhalb der Waldgrenze große Lawinengefahr (Stufe 4). Präventiv wurde deshalb am Sonntag die Ahrntalerstraße ab Kasern gesperrt. Am darauf folgenden Tag gingen hinter der Absperrung in zwei bereits bekannten Lawinenstrichen Lawinen ab.
Am Dienstag Abend brachte eine weitere Störung erneut Neuschnee in den nördlichen Landesteilen. Lokal fielen dabei erneut 20 bis 40 cm Neuschnee.
Im Gegensatz zu dieser tiefwinterlichen Landschaft im Norden, blieb der Süden des Landes weiterhin trocken. Die Schneehöhe in den Dolomiten sowie im Ultental liegt derzeit deutlich unterhalb des langjährigen Mittels.
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| Aktuelle Schneesituation im Val Medesc Richtung Lavarella (Foto: Forststation Stern, 09.01.2019) |
Zwar drangen die Niederschläge der vergangenen Tage etwas weiter in den Süden vor, die Niederschlagsmengen in diesen Gebieten waren jedoch gering (Obereggen (1872m) 1 cm , Ciampinoi (2150m) 3 cm).
Tendenz bis Sonntag, 13.01.2019
Die Nordströmung bleibt in den nächsten Tagen weiterhin bestehen, es stellt sich jedoch eine vorübergehende Wetterberuhigung ein. Die kalten Temperaturen und der starke Nordwind bleiben, insbesondere auf den Bergen.
Am Freitag ist es im ganzen Land sonnig aber windig. Gegen Abend zieht es von Norden her zu und auf den Bergen setzt leichter Schneefall ein. Der Samstag verläuft leicht bewölkt. Die Lawinengefahr nimmt vorübergehend ab.
Am Sonntag erreicht uns erneut eine Störung aus Nordwesten. Im Norden des Landes schneit es wieder ergiebig, Richtung Süden fällt weniger Niederschlag. In den Gebieten am Alpenhauptkamm steigt die Lawinengefahr erneut an. Für Touren abseits der Pisten müssen vor allem die frisch gebildeten Triebschneeansammlungen oberhalb der Waldgrenze und das Altschneeproblem berücksichtigt werden.
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| Vorhergesagter Niederschlag für Prettau und Reschen für den Vorhersagezeitraum von Donnerstag 10.01.2019 bis Sonntag 20.01.2019 ( Quelle ECMWF) |






