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Es werden Posts vom März, 2025 angezeigt.

Analyse der Unfalllawine unterhalb der Henne (Weißenbach, Ahrntal) und kurze Analyse der derzeitigen Lawinensituation

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 Wie bereits im letzten Blogeintrag berichtet, ereignete sich am 19. März ein tödlicher Lawinenunfall unterhalb der Henne in Weißenbach. Unfallhergang Zwei Skitourengeher fuhren gerade von der Henne Richtung Weißenbach ins Tal, als sich in einem 42° steilen Norwest-Hang auf etwa 2340 m eine Schneebrettlawine löste und einen der beiden Skifahrer mit sich riss. Am Hangfuß befand sich eine Mulde, in welcher der Skifahrer von den Schneemassen begraben wurde. Dadurch kam es zu einer Tiefenverschüttung. Sofort leisteten der zweite Skitourengeher und zwei weitere Augenzeugen vor Ort Kameradenrettung. Dennoch konnte das Leben des Verschütteten leider nicht gerettet werden. Die Lawine brach in extrem steilem Gelände an und kam in muldenartigem, teils flachem Gelände zum Stehen. Dadurch konnten sich in der Ablagerung große Schneemengen ansammeln. (Foto: Bergrettung Sand in Taufers, 19.03.2025) Lokalaugenschein der Unfalllawine Bei dieser Unfalllawine handelt es sich um e...

Die Lawinensituation erfordert Aufmerksamkeit

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 Die Schneefälle der vergangenen Woche führten zu zahlreichen spontanen Lawinenabgängen und einer kritischen Lawinensituation. Nach einer langsamen Verbesserung werden für das Wochenende erneut Schneefälle erwartet. Rückblick und aktuelle Lage Wie im letzten Blogbeitrag beschrieben, hat es in der vergangenen Woche ab Montag, dem 10. März, wiederholt in der Region geschneit. Der Neuschnee hat sich weiter angesammelt, und am Wochenende gab es die letzten Schneefälle. Die Schneeebeobachter an Gitschberg (2010 m), Ciampinoi (2150 m) und Weissbrunn (1890 m) haben von Freitagmorgen bis Montagmorgen 49 cm, 32 cm bzw. 29 cm Neuschnee gemessen. Während der gesamten Woche traten die Schneefälle in Form von Schauern auf, wie es im Frühjahr häufig vorkommt. Diese Art von Niederschlag geht oft mit Unsicherheiten in der Prognose einher. Die Niederschlagsmengen variierten lokal stark, sodass sowohl die Vorhersage der Neuschneemengen als auch die Überprüfung der tatsächlichen Schneem...

Feuchtes Waschküchenwetter und Schneefall - die Lawinengefahr stieg auf erheblich

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 Während das letzte Wochenende noch gekennzeichnet war von strahlendem Sonnenschein, Firn in den Süd- und Pulver in den Nordhängen, so erreichten uns bereits Sonntag Nachmittag die ersten Wolken. Sie waren Vorboten für das erste von mehreren Niederschlagsereignissen dieser Woche. Letztes Wochenende fand man in windstillen Nordhängen durchaus noch schönen Pulverschnee. Südseitig konnte man sich über Firntouren freuen. (Foto: Ebenbergalm, Sarntal, Lawinenwarndienst Südtirol, 09.03.2025) Bereits in der Nacht von Sonntag auf Montag begann es vor allem in den Südstaulagen zu schneien. Recht viel war es allerdings nicht, es wurden maximal zwischen 10 und 15 cm gemessen. Nach einer kurzen Wetterbesserung setzte sich das unbeständige Wetter fort. Die Niederschläge fielen südtirolweit sehr unterschiedlich aus. Während unser Beobachter in Melag zum Beispiel von Mittwoch morgen bis Freitag morgen in Summe 6 cm messen konnte, maß der Beobachter von Ladurns ganze 64 cm. Zusammenfassend...

Meist geringe Lawinengefahr - Drei kurze Unfallanalysen vom Latemar sowie aus den Sextner und Pragser Dolomiten

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 Die Lawinensituation hat sich in den vergangenen Tagen immer weiter verbessert, Gefahrenstellen sind selten. Es gilt einen gewissen Tagesgang der Lawinengefahr aufgrund des Nassschneeproblems zu beachten, außerdem hat auffrischender Wind lokal zu frischem Triebschnee geführt. Ab kommenden Montag wird das Wetter wechselhaft mit etwas Neuschnee. Mitte der letzten Woche hat es in den zentralen und östlichen Landesteilen mit Schneeschauern teilweise einiges an Neuschnee gegeben. Schauerartige Niederschläge sind typisch für die warme Jahreszeit, der wir uns immer weiter nähern, typisch ist aber auch, dass die Niederschläge lokal sehr unterschiedlich ausfallen können. Schneehöhenverlauf an verschiedenen Stationen. Mitte der letzten Woche (26.02) gab es an allen Stationen etwas Neuschnee, an den Rossbänken in Ulten (rot) und auf der Merbalm im Ahrntal (grün) nur wenige Zentimeter, mehr geschneit hat es in den Dolomiten. Noch größere Unterschiede in den Neuschneemengen gab es dan...